| Was bedeutet Montessori-Pädagogik? |
Kurz und knapp:Die Kerninhalte der Montessoripädagogik: Freíarbeit - Materíal - Jahrgangsmischung
.... oder etwas ausführlicher:Montessori-Pädagogikist ein reformpädagogisches Bildungsangebot, das sich im Besonderen an der Entwicklung des Kindes orientiert und altersgerecht dessen Bedürfnisse berücksichtigt. Es greift auf die Ideen und Erfahrungen von Maria Montessori zurück und wird heute international in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen mit großem Erfolg verwirklicht. GrundgedankenJedes Kind ist ein eigenständiges und spontanes Wesen das von sich aus die Fähigkeit zum Aufbau seiner Persönlichkeit besitzt. In seiner Entwicklung durchlebt es viele "sensíble Phasen". Dies sind Zeitabschnitte von begrenzter Dauer, in denen das Kind für die Entfaltung bestimmter geistiger und motorischer Fähigkeiten besonders empfänglich und bereit ist. Umsetzung der Pädagogik an unserer Montessori-Schule1. Die vorbereitete UmgebungDamit sich das Kind entwickeln kann, muss die Umgebung kindgemäß sein, denn die Entwicklung vollzieht sich immer im Austausch mit der Umgebung. Der Erwachsene leistet dem Kind eine Hilfe, wenn er die Umgebung den Bedürfnissen der Kinder anpaßt. 2. Die Freie Wahl der ArbeitJeden Tag gibt es einen festen Zeitraum für die " Freiarbeit", die das Kernstück des Unterrichts bildet. Montessori hält die Freiheit, die dem Kind hier gewährt wird, für die Grundbedingungen einer gesunden Entwicklung. Die Kinder wählen aus dem Angebot der Arbeitsmaterialien Aufgaben aus, welche sie bearbeiten wollen. Voraussetzung dafür ist die " vorbereitete Umgebung". Das Kind bestimmt selbst, was, wo, mit wem und wie lange es etwas tun will. Dies hilft den Kindern zu Ruhe und Konzentration zu kommen. Durch die Freie Wahl der Arbeit kann das Kind seinem inneren Bauplan folgen, denn Kinder wollen nicht irgendetwas lernen, sondern etwas Bestimmtes zu einer bestimmten Zeit. Die Freie Wahl der Arbeit fördert das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, Schwierigkeiten zu überwinden.
Für diesen Fall, oder wenn ein Kind sich über einen längeren Zeitraum hinweg selbst nicht für eine Arbeit entscheiden kann, ist es die Aufgabe des Lehrers zwischen Abwarten - Zulassen - Eingreifen zu entscheiden . "Soziale Disziplin äußerst sich in zweifacher Weise: Als Achtung vor der Arbeit des Anderen und als Rücksicht auf das Recht des Anderen" (Maria Montessori") Neben der Freíarbeit gibt es auch gebundene Unterrichtsformen: Musik und Sport mit eigenen Fachlehrern, Kreatives Werken und Kosmische Erziehung. Im Gegensatz zur Freíarbeit geht im themenorientierten Unterricht die Initiative von der Lehrkraft aus. Sie wählt ein Thema und stellt dies in den Mittelpunkt des Unterrichts. Dabei orientiert sie sich an den Bedürfnissen der Kinder und an den Lernzielen des Lehrplans. Es ist für uns selbstverständlich, daß wir nicht einen traditionellen, ausschließlich lehrerzentrierten Unterricht wollen, sondern dass eine enge Verknüpfung zwischen Freíarbeit und themenorientiertem Unterricht stattfindet. 3. Das didaktische Materíalträgt der individuellen Entwicklungsstufe Rechnung: Jedes Kind wird dort abgeholt, wo es steht. 4. Konzentration - Polarisation der Aufmerksamkeitist eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde geistige und motorische Entwicklung des Kindes. Sie äußert sich in wiederholtem Tun aus eigenem Antrieb. Die Kinder versenken sich in eine Tätigkeit während alle anderen Eindrücke ausgeblendet bleiben. 5. Der PädagogeDie Freiarbeit fördert das Arbeits- und Sozialverhalten der Kinder , das eine besondere Art von Lehrerverhalten voraussetzt. Der Ausspruch eines Kindes an Montessori "Hilf mir, es selbst zu tun" bringt dieses oberste Prinzip zu Ausdruck. Die Lehrer verstehen sich grundsätzlich als Begleiter und Helfende. Sie sind Mittler zwischen Umgebung und Kind. Sie schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre und ermöglichen ein konstruktives Miteinander in der Schule. Die Lehrer sind durch aktives Beobachten in der Lage, die Bedürfnisse und Neigungen der Kinder zu erkennen und sinnvoll darauf einzugehen. 6. Das Prinzip der Jahrgangsmischungbedeutet, dass an unserer Schule die "Klassen" altersgemischten Gruppen sind, in denen die Kinder leben und lernen. Altersgemischte Gruppen sind die natürlichste Form der menschlichen Gemeinschaft. Andere Kinder gehören als Tutoren und Vorbilder ebenso zum Schulalltag wie Erwachsene, die als Teil der "vorbereiteten Umgebung" den Entwicklungsprozess des Kindes wesentlich beeinflussen. Durch die Jahrgangsmischung lernen sie mehr über sich selbst: Ältere erfahren ganz direkt den Zuwachs ihrer Fähigkeiten. Ebenso kann das, was ihnen früher zu schwierig war, nachgearbeitet werden. Jüngere sehen die Arbeiten der Älteren und streben ihnen nach. Die Kooperation der Kinder untereinander schafft Räume für soziale Verhaltensweisen wie Toleranz, Respekt für die Arbeit anderer, Rücksichtnahme, Harmonie und Disziplin.
empfehlenswerte Literatur:FOCUS Online Artikel - SERIE ALTERNATIVES LERNEN TEIL 2 - MONTESSORISCHULE (Link wird in einem neuen Fenster/Tab geöffnet) Maria Montessori: Kinder sind anders. Deutscher Taschenbuchverlag (DTV),1997 |

